Vereinshistorie
Wie überall in Deutschland entstand auch in Störmthal um die Jahrhundertwende der Wunsch nach organisiertem Turnen und Sport – getragen vom Gedanken Friedrich Ludwig Jahns, dass körperliche Ertüchtigung und Gemeinschaft untrennbar zusammengehören.
Am 1. Juli 1903 gründete Hermann Schwenker den „Allgemeinen Turnverein Störmthal und Umgebung“. Bereits damals engagierten sich Menschen wie Emil Hammer, Arthur Ziegert, Otto Berthold oder Richard Günsel für das junge Vereinsleben. Geturnt wurde in einer vom Gastwirt Winkler errichteten Halle – mit großer Begeisterung und viel Idealismus.
Der Erste Weltkrieg unterbrach diese Aufbruchsstimmung jäh. Viele Mitglieder wurden zum Militär eingezogen, nicht alle kehrten zurück. Erst Anfang der 1920er‑Jahre lebte der Sport wieder auf. Eine Jugendfußballmannschaft bildete den Grundstein für den Herrenfußball – gespielt wurde auf Wiesen und abgeernteten Feldern, denn einen Sportplatz gab es noch nicht.
Zwischen 1926 und 1934 entwickelte sich in Störmthal ein vielfältiges Sportleben. Turnen, Leichtathletik und zahlreiche Sportfeste prägten diese Zeit. Daneben existierten weitere Vereine wie der Arbeiter‑Turnverein, die „Rote Sporteinheit“ und der Arbeiter‑Radfahrverein „Solidarität“. Sport hatte im Dorf längst viele Gesichter.
Auch der Zweite Weltkrieg brachte das Vereinsleben erneut zum Erliegen. Sportstätten wurden zweckentfremdet, der Betrieb vollständig eingestellt. Erst 1949 kehrte der Sport langsam zurück – ohne Geräte, ohne Platz, aber mit großem Willen.
Ein entscheidender Neuanfang folgte am 27. Juni 1951 mit der Gründung der Sportgemeinschaft Störmthal. Schon bald zählte sie 77 Mitglieder, davon erstaunliche 34 Frauen. Turnen im Saal, Fußballspiele in Nachbardörfern – Improvisation war gefragt.
Der wohl größte Meilenstein kam 1952: In aller Stille wurde der erste Spatenstich für den eigenen Fußballplatz gesetzt. In über 6.000 freiwilligen Arbeitsstunden schufen die Mitglieder in nur zehn Monaten ein Spielfeld – ein eindrucksvolles Zeugnis von Zusammenhalt und Tatkraft.
In den folgenden Jahrzehnten wuchs das Sportzentrum stetig: Sportlerheim, Umkleiden, Kegelbahn, Spielfelder, später schließlich die große Turnhalle mit Doppelkegelbahn und Klubraum. Besonders der Hallenbau Mitte der 1970er‑Jahre war ein Kraftakt – über 14.000 Arbeitsstunden wurden geleistet. Als bei der Einweihung 1977 Olympiasiegerin Erika Zuchold die Halle einweihte, waren alle Mühen vergessen.
Sportlich wie gesellschaftlich erlebte der Verein seine Blütezeit – mit Wettkämpfen, Kinder‑ und Sportfesten, großem Nachwuchs und mehreren Hundert Mitgliedern. In dieser Zeit trug der Verein den Namen BSG Traktor Störmthal.
Nach der politischen Wende mussten auch in Störmthal neue Wege gefunden werden. Mitgliederzahlen gingen zurück, Strukturen brachen weg. Doch der Verein besann sich auf seine Wurzeln und nannte sich fortan Landsportverein 1903 Störmthal e. V. Mit Engagement, Sponsoren, ehrenamtlicher Arbeit und starker Unterstützung der Gemeinde blieb der Verein lebendig.
Ab dem Jahr 2000 wurde das Sportzentrum grundlegend saniert – ein Gemeinschaftsprojekt von Verein und Gemeinde mit Investitionen in Millionenhöhe. Pünktlich zum Jubiläum „100 Jahre Sport in Störmthal“ konnte 2003 stolz gefeiert werden.
Heute ist der LSV 1903 Störmthal e. V. ein moderner, lebendiger Verein. Fußball, Kegeln, Volleyball, Tischtennis, Gymnastik und Jugendarbeit gehören fest dazu. Viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sorgen dafür, dass unser Sportzentrum gepflegt bleibt und weiterhin ein Ort der Begegnung ist.
Unsere Geschichte zeigt: Wenn viele anpacken, kann Großes entstehen – damals wie heute.
Über 120 Jahre Sport und Gemeinschaft in Störmthal

LSV 1903 Störmthal e.V.
Tradition. Teamgeist.
Leidenschaft. Seit 1903.
Kontakt
📞+49 (0)34297 / 42574
📧 kontakt (at) lsv1903stoermthal.de
🗺️ Rosengang 2, 04463 Großpösna




